Der trialogische Podcast der Eckhard Busch Stiftung
00:00:09: Herzlich willkommen bei Rätselicht im virologischen Podcast der Eckerbusch-Stiftung rund um psychische Krisen, Erkrankungen und gegen das Stigma mit betroffenen Angehörigen und Expertinnen.
00:00:19: Heute ist Pia Lena Grahnt zuerst bei uns im Podcast.
00:00:23: Pia du bist eine Stiftungs-Kollegin.
00:00:26: Deswegen freue ich mich heute ganz besonders mit dir zusammen die Folge aufzunehmen zu einem sehr spannenden und wichtigen Thema auch wie ich finde Und zwar zum Thema seelische Gesundheit am Arbeitsplatz.
00:00:38: Magst du dich nochmal unseren Zuhörenden selbst vorstellen?
00:00:44: Hallo, liebe Paula!
00:00:46: Ja vielen Dank für die Einladung und sehr, sehr gerne.
00:00:49: ich bin jetzt ungefähr seit einem halben Jahr Teil der Eckertbusch-Stiftung Im Team als freiberufliche Mitarbeiterin und übernehme da immer wieder verschiedene Projekte, bin eingebunden in verschiedenen Themen.
00:01:02: Kommen wir auch gleich noch mal mehr drauf zu sprechen im Verlauf unseres Gesprächs.
00:01:07: ansonsten so ganz allgemein zu mir!
00:01:09: Und ich finde das spannend.
00:01:10: jetzt sind ja genau auch schon bei so einer Frage werd wie nicht was macht mich aus?
00:01:15: Das ist ein beruflicher Kontext Und wir stellen uns eben so oft vor mit ich bin und dann kommt die berufliche Position.
00:01:25: Ich bin Psychologin, ich bin Systemische Beraterin, Ich bin Instruktorin für Mental Health First Aid, und da kommen wir bestimmt noch drauf zu sprechen.
00:01:39: Ich bin Trainerin und zertifizierte Kursleiterin eben für Stress- und Ressourcenmanagement.
00:01:44: Und ich bin in unterschiedlichen Organisationen unterwegs berate, gebe Workshops Seminare, halte Impulsvorträge...
00:01:51: ...und
00:01:51: das ist so jetzt irgendwie was in der Vita drinstehen würde, die berufliche Realitäten und Zertifikate etc.. Und gleichzeitig bin ich ja so viel mehr.
00:02:02: Ich bin Partnerin, Freundin, ich bin Unternehmerin... ...ich bin Mama hoch drei, ich habe drei Kids.
00:02:10: Genau!
00:02:11: Aber da sind wir schon bei einem essentiellen Teil, wenn wir uns vorstellen, sind wir sehr bei diesem Ich Bin und dann nennen wir unsere berufliche Positionen.
00:02:19: Ja, vielen Dank.
00:02:20: Erst mal dir für die Vorstellung und das finde ich jetzt eine ganz spannende Einleitung weil da stimmt also gerade in dem Kontext wenn man sich vorstellt dann nennt man irgendwie erstmal so seine beruflichen Qualifikationen was man von der Ausbildung hat oder das stimmt und das leitet mich nämlich dann auch direkt zur ersten Frage über ja genau vielleicht weil es auch ein bisschen eine persönlichere Frage ist und das find ich passt jetzt total dazu Bedeutet für dich persönlich denn eigentlich seelische Gesundheit am Arbeitsplatz?
00:02:57: Ja, das ist schon eine schöne Einstiegsfrage und tatsächlich bei solchen Fragen muss ich immer direkt an die WHO Definition denken.
00:03:05: Das ist jetzt nicht die persönliche Sicht aber sie kommt mir einfach direkt in den Sinn und ich frage auch andere super gerne was es für dich eigentlich Gesundheit Und lass das auch so als generellen Begriff stehen, nicht psychische Gesundheit sondern Gesundheit.
00:03:20: Es ist so spannend welche Antworten wir bekommen und die WHO definiert nämlich und da gehe ich total mit dass Gesundheit eben das vollständige Wohlbefinden ist psychischer physiologischer sozialer Faktoren also das alles mit drin.
00:03:39: und Gesundheit kann eben sein ohne die sozialen Faktoren einzubeziehen, ohne die psychische Gesundheit zu inkludieren.
00:03:48: Wir haben das nur wenn wir verschiedene Faktore zusammennehmen.
00:03:51: erst dann können wir vom Gesundheits sprechen und ich gehe auch total mit mit diesem Continuum.
00:03:57: Also Gesundheit ist eben nicht die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen.
00:04:01: Es gibt eben von bis und wir können uns auch mit chronischen Erkrankungen total gesund fühlen, wenn wir gut eingestellt sind medikamentös.
00:04:10: Wenn wir vielleicht davon in unserem Alltag meistens gar nichts mitbekommen dann fühlen wir uns ja trotzdem gesund obwohl wir jetzt diagnostisch gesehen eine Erkrankung mit uns rumstragen ein Leben lang zum Beispiel.
00:04:22: und psychische Gesundheit im Lebenswelt der Arbeit So wird das ja auch oft gesehen eben diese Lebenswelten.
00:04:34: Betriebliche Gesundheitsförderung, betriebliches Gesundheitsmanagement blickt dann auf die betriebliche Gesundheitsförderungen und spricht von Lebensweltern.
00:04:43: Und das finde ich schon immer so ein bisschen... Irreführend, denn als ob unser Leben so getrennt wäre und so splitbar wäre.
00:04:49: Also ob ich sagen könnte... Ach ja!
00:04:51: Mir geht es hervorragend in der beruflichen Lebenswelt aber nicht so gut in der privaten Lebenswelt zu reden wäre, ne?
00:04:58: Wir sagen mir geht's gut oder ach mir gehts grad'nichtsogut.
00:05:02: Das sind ja auch so typische Antworten, das ist ein anderes Thema Weshalb ich die Frage wie fühlst du dich immer sehr bevorzuge Kommt auch oft gut oder schlecht, was ja keine Gefühle sind.
00:05:16: Du merkst, ich hab gerade so viele Gedanken dazu, dass ich von deiner Ursprungsfrage immer ein bisschen wegtrifte.
00:05:23: Nein aber die seelische Gesundheit, psychische Gesundkeit am Arbeitsplatz ist für mich wenn ich auch einfach gerne in die Woche starte.
00:05:33: Wenn ich Montags denke ach!
00:05:35: Ich habe die und die To-dos und das möchte ich erledigen und das muss sein Und ich ein gutes Gefühl dabei habe und nicht eben aufwache oder sonntag.
00:05:43: Ich kenne viele Menschen die Sonntag sagen, da fängt es schon an.
00:05:48: Da kann ich dann schon nicht gut schlafen in der Nacht und ich habe Bauchschmerzen und das fühlt sich schon an wie ein Kloss im Hals.
00:05:54: und für mich ist psychische Gesundheit in der Arbeitswelt wenn ich einfach auch gerne doch mit einem guten Gefühl und gerne zu meiner Arbeit gehe.
00:06:04: Und natürlich heißt das nicht, dass ich jeden Tag freudestrahlend und es kaum abwarten kann zur Arbeit zu gehen.
00:06:10: Das nicht aber, dass sich eben schon mit so einem Grundgefühl mit ach da werden viele Bedürfnisse auch von mir erfüllt und ich mache das schon überwiegend gerne.
00:06:21: Ganz vielen Dank erst mal dafür.
00:06:23: Das finde ich aber auch einen schönen Impuls, weil ich habe da natürlich darüber nachgedacht als ich überlegt hab welche Frage stelle ich dir als Erste und da kann ich total mitgehen.
00:06:33: also das ist bei mir auch so dass ich sagen würde seelische Gesundheit am Arbeitsplatz bedeutet für mich auch Ich bin motiviert.
00:06:42: Ich mache das was ich mache gerne.
00:06:44: Das ist für mich irgendwie auch etwas ninnstiftendes fühle mich da wohl und starte auch gerne in die Woche.
00:06:56: Das passt eigentlich total zu dem, was ich da auch gedacht habe weil ich hab auch öfter mal letzter Zeit auch aus einem Umfeld so diesen Begriff auch, aber ich hab schon wieder ein bisschen diesen Sonntagsblues gehört.
00:07:06: Und das ist ja eigentlich das, was du halt so ein bisschen beschrieben hast ne?
00:07:09: Genau!
00:07:10: Ganz
00:07:11: spannend.
00:07:12: Ich lasse schon
00:07:12: auch dieses Darauf hinarbeiten auf diese zwei bis drei Wochen Sommerurlaub, die irgendwie so den Jahresurlaub auch schon sehr aufziehren und dieses ja nicht im Hier-und-Jetzt-Leben sondern so sehr.
00:07:26: ach dann bin ich endlich im Urlaub und dann kann ich mal zwei Wochen abschalten und das ist so das große Ziel.
00:07:35: Ich kenne das von vielen Menschen auch in den Coachings, die ich begleite.
00:07:39: Es ist oft ein Thema wie daran gegangen werden kann dass einfach auch die Arbeit wieder Freude bringt.
00:07:47: und wie gesagt es muss nicht der unendliche Spaßfaktor sein oder nicht jeder Teilbereich der Arbeit aber dass wir schon wie du sagst Sinn und Kontrolle und Zugehörigkeit erleben also es gibt ja ganz viele psychologische Faktoren die da auch gesundheitsförderlich wirken einfach erleben und haben können bei der Arbeit.
00:08:07: Ja, ja!
00:08:08: Und das was du eben auch mal angesprochen hast war ja dieser Begriff Lebenswelt.
00:08:13: und ich finde auch man kann es eigentlich gar nicht so gut trennen weil es ist ja auch so gerade mit Homeoffice
00:08:21: usw.,
00:08:22: man hat dann irgendwie die Arbeit auch ein bisschen in seinem Umfeld in seinem privaten Umfeld und ich finde an vielen Stellen ist Arbeit und Privates auch miteinander verwoben.
00:08:32: Und die Arbeit macht ja auch einen großen Teil aus.
00:08:36: oder der Job, ne?
00:08:36: Das ist auf der einen Seite Teil der Identität weil es ist das was man sich ausgesucht hat, worin man sich Ausbilden lassen möchte, warum man Interessen hat, wo man vielleicht auch stärken hat, was einen interessiert.
00:08:50: Es macht eben auch ein wahnsinnig großen Anteil an Zeit von unserem Leben aus.
00:08:56: Und das bringt mich nämlich jetzt zu meiner nächsten Frage, was würdest du denn sagen?
00:09:01: Welche Rolle spielt denn die Arbeit unserer Job für unsere Identität und auch für Stabilität und Sicherheit in unserem Leben?
00:09:10: Ja auf jeden Fall eine ganz große Rolle ist es enorm wichtig und Du hast auch schon ein paar Punkte genannt.
00:09:18: also wir identifizieren uns ja sehr stark mit der Arbeit oder viele von uns.
00:09:24: Da muss man nochmal schauen, also wenn wir committed sind und es eben verbunden finden, uns zugehörig fühlen, uns mit der Aufgabe auch identifizieren dann ist das eine super Sache!
00:09:34: Das ist so eine Win-win Situation für das Unternehmen, die Organisationen und für uns selbst.
00:09:39: Und dann müssen wir immer gucken, ob wir halt so overcommittet sind.
00:09:43: Also uns so extrem stark damit verbunden fühlen und darüber identifizieren, dass es auch wieder ungesund werden kann Denn ein Arbeitsplatz kann auch wegbrechen.
00:09:54: Das gibt viele Faktoren die da mit rein spielen können.
00:09:57: Wenn wir dann uns eigentlich komplett über Arbeit definieren Über Leistung und das ist auch so ein Thema unserer Gesellschaft Die Leistungsgesellschaft Wir gucken sehr darauf eben Wer bin ich?
00:10:10: Und dann ist aber die Antwort irgendwie wieder, die Berufsbezeichnung.
00:10:13: Es geht so sehr ums Machen.
00:10:15: Eigentlich ist es ja was mache ich, ich arbeite als und wir nehmen das oft als Synonym Ich Bin Ist gleich ich mache, ist gleich ich arbeide.
00:10:26: Das finde ich auch so ein Faktor der da mit reingeht.
00:10:32: und auch schon die Frage Ja, was ist eigentlich Arbeit von der Definition her?
00:10:37: Wir können das juristisch, betriebswirtschaftlich, sociologisch, psychologisch.
00:10:41: Wir können so viele Definitionen von Arbeit gewinnen und gleichzeitig meinen die oft ja die Lohnarbeit, die Erwerbsarbeit.
00:10:50: Und auch dass es eine schöne Schnittmenge, was du gesagt hast, das braucht ja auch so viel Zeit in unseren einen Tagen wenn wir sagen rund acht Stunden Schlaf bei einer vierzig Stunden Woche, acht Stunden Arbeit am Tag plus Pendelzeiten plus.
00:11:05: Und wir haben
00:11:06: aber ja auch Arbeit die Kehrarbeit, die Kümmerarbeit Sorgearbeit Pflegearbeit.
00:11:12: Wir haben so viele Arten von Arbeit Auch emotionale Arbeit und die denken wir in diesem Konzept von Arbeit Aber oftmals gar nicht mit.
00:11:21: Das ist schon meine Blickrichtung Dass ich das mitdenke und ausspreche und da auch immer gerne darauf verweise, dass ich gerne eher unterteile in eben die Lohnarbeit.
00:11:35: Man sagt auch, das Geforschung zu the second shift.
00:11:38: Also dass gerade bei Frauen und Müttern die zweite Schicht beginnt nach der ersten Lohnarbeit.
00:11:45: Wechselt man in die zweite schicht.
00:11:48: Und ist dann eben zuständig für ganz viele andere Themen, die aber auch Arbeit sind.
00:11:53: Ich finde es einfach sehr spannend darüber immer wieder nachzudenken.
00:11:56: wenn wir alles als Arbeit bezeichnen.
00:11:58: Dann verliert der Begriff natürlich auch an Klarheit und Trennschärfe Und gleichzeitig ist es aber nun mal das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.
00:12:07: Denn wenn niemand die Kehrarbeit übernimmt, dann können wir auch nicht wirtschaftlich arbeiten.
00:12:13: Also dann sind wir auch noch im Lohn-Erwerbssektor erfolgreich und also da haben wir gar keine Kapazitäten dafür.
00:12:18: Es muss ja erst einmal das Fundamental bitten.
00:12:21: Ja den Bedürfnisse dort gestillt sein und sich um alles gekümmert sein.
00:12:25: Ja, man merkt... Die Arbeit spielt eine ganz, ganz wichtige zentrale Rolle in unserem Leben.
00:12:33: Und für unsere Identität aber auch natürlich aus einer... Weil wir sprechen jetzt von der Lohnarbeit so wie du es eben ausgerückt hast Es gibt uns natürlich auch eine finanzielle Sicherheit.
00:12:45: Also man ist ja auch in einer finanziellen Abhängigkeit.
00:12:49: Das heißt es spielt eine sehr, sehr wichtige Rolle für uns.
00:12:53: Das ist jetzt auch eine recht allgemein gehaltene Frage und ich glaube, da kann man wahrscheinlich extremst viel zu sagen.
00:13:02: Was meinst du denn?
00:13:04: Wie kann das Arbeitsumfeld denn unsere seelische Gesundheit fördern?
00:13:09: Ja schön auf sehr vielfältige Art und Weise.
00:13:17: also ja in meinem Kopf steht schon wieder sehr viel Parallel rum.
00:13:21: Aber als ersten großen Punkt möchte ich die psychologische Sicherheit nennen, dass das eine strukturelle Ebene auch erst mal darstellt und es gibt eben verschiedene Arbeiten auf der Arbeit.
00:13:33: Gesundheit, psychische Gesundheit fördern kann und psychologisches Sicherheit ein großes Forschungsfeld von Amy Adnanzen zum Beispiel Die dazu ganz viel gemacht hat, dass einfach diese Wichtigkeit von ich kann mich hier trauen auf der Arbeit und kann hier auch ich sein.
00:13:51: Und kann eben kritikkonstruktive Kritik äußern.
00:13:54: Ich darf Fragen stellen und da fängt das ja oft für uns schon an.
00:13:59: Ich würde gern wissen aber wahrscheinlich halten sich dann alle für inkompetent wenn ich jetzt diese Frage stelle weil alle anderen wissensbestimmt und nicht auto mich dadurch als weniger kompetent.
00:14:10: Zwischenmenschliche Beziehungen haben immer Angst, dass wir Gesicht verlieren.
00:14:14: Dass da irgendwie die Beziehung leiden könnte und psychologische Sicherheit sorgt eben dafür, dass we sagen können ich frag das jetzt?
00:14:22: Und vielleicht wissen es alle anderen aber ich noch nicht oder auch sich irgendwie gegenzustellen und das ist ja auch warum diverse Teams so wichtig sind.
00:14:31: Warum diversity ein wichtiger wichtiger Aspekt ist Weil die Teams einfach effektiver sind und weil die Teams viel im Blick haben, was bei heterogenen Teams eben nicht mit im Blick ist.
00:14:42: Und eben auch konstruktive Kritik geäußert wird.
00:14:45: Andere Ideen, das ist auch viel kreativer.
00:14:51: Äußern zu können, Fragen zu stellen, Kritik zu äußern etc.
00:14:56: muss ich mich psychologisch sicher fühlen also keine Konsequenzen fürchten, keine Sorge haben.
00:15:03: Ich bekomme dann sogar vielleicht eine Abmahnung oder Kündigung.
00:15:06: Also es geht daher viel um das Thema Angst Und Angst ist auch so ein Gefühl, was alle Menschen kennen.
00:15:13: Ja!
00:15:14: Und auch unterschiedlich oft im Alltag erleben und leider ist es schon so das viele Menschen ja auf der Arbeit irgendwie Ängste haben und nicht im Sinne von psychischen Gesundheitsproblemen sondern einfach wie die Stimmung heute für den vorgesetzten Person?
00:15:30: Welche Aufgaben warten?
00:15:31: ist es heute wieder zu viel kriege ich alles hin aber auch einfach diese zwischenmenschlichen Beziehungen Angst von den Reaktionen von anderen Das spielt viel mit.
00:15:40: Deswegen ist psychologische Sicherheit für mich ein großes Thema und das ist eben schon die Organisationskultur, also da muss es ansetzen.
00:15:50: Dann hat Arbeit natürlich auch im Sinne von Selbstbestimmungstheorie erfüllt es verschiedene psychologischen Grundbedürfnisse so was wie Autonomie.
00:16:02: Es ist wichtig dass auf der Arbeit zu erleben Die eingebundenheit können wir auch sagen, vielleicht Zugehörigkeit.
00:16:09: Auch ein ganz wichtiger Faktor, dass ich mich sozial unterstützt fühle.
00:16:14: Das sind dann so die Auswirkungen.
00:16:16: wie kann es konkret aussehen und das ich auch mich als kompetent erlebe?
00:16:21: Und das hatte ich ja gerade gesagt, da verlieren wir oft den Boden unter den Füßen wenn wir uns nicht psychologisch sicher aufgehoben fühlen, dass wir dann denken, wenn ich eine Frage stelle, dann denken alle und ich selbst auch Ich bin nicht kompetente genug oder generell nicht kompetent.
00:16:40: Und das ist schon sehr wertvoll, wenn eine Organisation es eben schafft psychologisch sicher Strukturen aufzubauen und dann ich weiß ich antworte schon ziemlich lange Es gibt da natürlich darüber hinaus noch die Prävention Verhaltensebene Verhältnissebener Das heißt eben der Verhältnis.
00:16:58: Es kann nicht generell hier tun, es wäre ja so die strukturelle Ebene auch strategisch eingebettet als Ziele für eine Organisation und dann aber auch die Verhaltensebene natürlich.
00:17:07: Und das wäre dann sowas wie Kurse anzubieten, RAP-Programme also Employer Assistance Programme, die Beratungen, die Informationsvermittlung, Psychoeducation für Mitarbeitende anbieten, auch niedrigschwellig, dass Mitarbeiter da leichten Zugang zu haben sich auch darwiedertrauen Anspruch zu nehmen.
00:17:30: Genau Stress- und Ressourcenmanagement, Kurse natürlich!
00:17:33: Und da gehören auch... Jetzt sind wir so ein bisschen in die Richtung Sporternährung der berühmte Obstkorb in Unternehmen.
00:17:44: Das sind dann so die Ja was kann man für die Individuen tun oder wie kann man am Verhalten ansetzen?
00:17:51: Dann gibt es Ja, das ist so halt mein Fachgebiet eine primäre Prävention.
00:17:57: Die sekundäre, die terziere Man kann eben gucken.
00:18:01: sowas also Primäre wäre auch sowas wie ja dass heutzutage nicht mehr geraucht werden darf in Organisationen und Restaurants in der Gastronomie Dass man da schon mal so Fürsorgt, dass das gar kein Thema wird für die Gesundheit.
00:18:16: Die Sekundäre wäre dann eben auch so was wie Stress- und Interessourcenmanagement, dass wir Kurse anbieten, die Mitarbeiterinnen die Stress erleben haben gucken können, wie kann ich damit anders umgehen?
00:18:28: Im physiologischen Sinne wär das sowas wie Früherkennung, Screenings.
00:18:32: bei Kindern sind es die U-Untersuchungen, dass man kontinuierlich guckt ist da alles gut, kann das Kind hören sieht es richtig braucht eine Sehhilfe was auch immer.
00:18:41: Das wäre so die Sekundäre und die Terziere.
00:18:44: Wenn schon mal irgendwas vorlag, dass wir gucken, dass die Folgen abgemildert werden?
00:18:49: Dass es nicht schlimmer wird, das wären dann die Ebenen.
00:18:53: Genau, diese Frage kann sehr vielfältig beantwortet werden!
00:18:56: Ja, ganz viele Impulse.
00:18:59: Ganz wichtig auch ich fand jetzt auch diesen Begriff psychologische Sicherheit super spannend und man merkt man kann da wirklich als Arbeitgeber Arbeitgebers in Unternehmen Man kann viel viel viel machen um die sehnische Gesundheit der Mitarbeitenden zu fordern im Arbeitskontext.
00:19:16: Also, wie man sagt immer so schön das ist ein großer bunter Blumenstrauß an Dingen, die es da gibt.
00:19:22: und mir fällt dann auch noch etwas gesagt Fragen stellen ich finde auch wichtig dieses Gefühl haben Ich darf auch Fehler machen also dieser Begriff auch Fehler Kultur
00:19:31: ja unbedingt
00:19:33: genau So der kollegiale Kontext auch, vielleicht auch Teambuilding-Maßnahmen mal irgendwie.
00:19:42: Weil das finde ich auch immer wichtig dass der Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen irgendwie wertschätzend ist und man sich da wohl fühlt.
00:19:49: Eine Mobbing am Arbeitsplatz ist ja auch ein Riesenthema.
00:19:53: also das wäre jetzt auch wieder noch ein anderes Thema.
00:19:56: aber um das mal so nochmal als Respekt reinzubringen ganz großes Feld sagen wir es mal so
00:20:03: Genau.
00:20:04: Und ich würde auch gerne noch ergänzenden, super-wichtig Teambuilding
00:20:08: etc.,
00:20:08: und natürlich einfach das Vorleben.
00:20:12: Das heißt wieder Führungskräfte, wie geben die sich?
00:20:16: Auch für psychologische Sicherheit.
00:20:19: Wenn ich als Führungskraft mich hinstelle und mich nicht traurig Fehler zu machen – und das stimmt ja schon gar nicht für alle Machen – wir sind Menschen!
00:20:28: dass ich aber da nicht dazu stehe und dass sich die vertusche, dass ich gar nicht drüber rede.
00:20:35: Und Fehler auch so in Anführungszeichen denn das ist ja letztlich wir lernen.
00:20:40: Das sind die Lernfelder.
00:20:41: wenn irgendwas nicht ad hoc funktioniert dann lernen wir.
00:20:44: was habe ich übersehen?
00:20:45: Was muss ich anders machen?
00:20:46: wie kann es gehen und rat holen?
00:20:49: also wenn eine Führungskraft auch mal sagt Ich weiß es nicht!
00:20:53: Was würdest du tun?
00:20:54: oder ich weiß es Ich hab hier ein tolles Team und ich weiß ja, die Expertise ist bei Mitarbeiterinnen mit Arbeiter A. Und für das andere Thema ist es Person B und dass sich eben auch als Führungskraft vorlebe, dass ich auch da sage, ich mache Pausen, ich habe klare Arbeitszeiten und ich schreibe nicht nachts um zwölf, um drei Uhr morgens oder wann auch immer E-Mails, die ich dann auch abschicke.
00:21:21: also auch dieses Vorbild lerne, wir lernen vom Modell, wir sind soziale Wesen Auch da, ich finde das immer spannend wie auch so Forschungsfelder ineinandergreifen, Entwicklungspsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologien.
00:21:33: Und viele andere!
00:21:35: Weil wir einfach bei Kindern wissen die gucken uns zu und haben uns nach und natürlich das hört ja nicht auf wenn wir sehen wie unsere Führungskraft agiert wissen wir auch was wünschenswert ist oder wie ich in dieser Organisation belohnt werde und gelobt werde Und werde das dann auch irgendwie so tun und versuche mich anzupassen usw.
00:21:57: Deswegen, da ist schon
00:21:59: ja
00:22:00: auch Verantwortung natürlich bei Führungskräften.
00:22:03: Ja absolut danke!
00:22:04: Das finde ich auch nochmal echt eine wichtige Ergänzung, das stimmt.
00:22:07: Wenn wir jetzt mal... Also wir haben jetzt darüber gesprochen wie kann seelische Gesundheit gefördert werden am Arbeitsplatz?
00:22:15: Was bedeutet Seelische Gesundheits am Arbeits Platz?
00:22:19: Wann wird denn die Arbeit oder kann die Arbeit für uns von einer Ressource auch zu einer Belastung werden?
00:22:30: Ja, total spannend und da gibt es auch ganz viele unterschiedliche Faktoren, die dazu beitragen.
00:22:37: Sowas wie Kontroll erleben... Sinnfindung, Sinn-Suche oder Sinn-Krise auch.
00:22:44: Und natürlich wenn ich das Gefühl habe irgendwie die Ressourcen reichen nicht mehr aus und das sind dann ganz konkret eben Ich bin permanent überlastet.
00:22:52: Das gibt jetzt nicht nur eine Spitze Da wissen wir in sehr stressigen Situationen funktionieren wir ja oft hervorragend und mobilisieren alle Kräfte und denken gar nicht viel nach sondern funktionieren halt.
00:23:03: und so sind wir aufgebaut.
00:23:06: es sind auch biologische Mechanismen die da einfach greifen Und gleichzeitig, wenn das aber ein Dauertzustand wird und einfach sehr lange anhält.
00:23:15: Und wir eben die Kontrolle auch verlieren.
00:23:17: Also wenn es superlange anhält dann habe ich das Gefühl irgendwann... Ich kriege das nicht mehr hin!
00:23:21: Ich fühle mich ohnmächtig machtlos.
00:23:23: Wir haben auch viele schöne Wörter, die das sehr gut umschreiben.
00:23:25: dafür.
00:23:26: Und dann, wenn ich auch keinen Sinn mehr sehe.
00:23:29: Wenn ich eine Tätigkeit habe und mir denke ja was tue ich hier eigentlich?
00:23:33: Also das hat für mich, für mein Leben keine Relevanz, für das Gesamtgemeinschaftliche Allgemeinwohl nicht.
00:23:40: Das kann natürlich auch dazu führen dass es sich nach Belastung anfühlt dieser Job und die fehlende soziale Unterstützung Aber auch so was wie eine Rollendiffusion, Rollenunklarheit.
00:23:53: Wofür bin ich eigentlich hier?
00:23:54: Wenn ich ständig irgendwelche anderen Aufgaben machen soll oder noch einen Top drauf bekomme und mich da auch überfordert über Lastetühle und einfach diese Unklarkeit einfach habe... Ich kenne ganz viele Sachen, denn auch sowas wie die dauerhafte Erreichbarkeit.
00:24:11: Das ist auch gerade so nach der Pandemie sehr aufgekommen oder mit der Pandemie als das jetzt natürlich New Work also sich dadurch die Transformationen, die Digitale jetzt sehr beschleunigt hat oder hatte zumindest und wird dadurch noch so zweischneidig dieses Schwert, die voren Nachteile.
00:24:32: aber auch da ist es oftmals eben dass ich dauerhaft erreichbar bin, dass es keinen Feierabend gibt.
00:24:39: Dass es auch so eine Fragmentierung von Arbeitszeiten häufig gibt.
00:24:43: Das sehen wir im Bereich häufig bei Menschen mit Kehrarbeit.
00:24:48: Dass irgendwann mittags aufgehört werden muss zu arbeiten und dann ist das so Ja ja!
00:24:54: Ich bin dabei erreichbauer.
00:24:55: und dann diffusierte also die Diffusionen, die wir haben, dass sich vielleicht auch während Ich bleibe mal bei dem Beispiel Mutterschaft oder Vaterschaft, Elternschaft bringen dann die Kinder irgendwie zum Hobby.
00:25:07: Währenddessen telefoniere ich aber und habe irgendeinen Call von der Arbeit.
00:25:12: Und dann setze ich mich auch nochmal hin denn ich muss noch ein paar Sachen abarbeiten oder vorbereiten und wie auch immer... Und dann ist es so eine Fragmentierung von Arbeitszeit und da wissen wir auch, dass das sehr gefährlich werden kann.
00:25:24: Sehr ungesund sein kann.
00:25:26: Das ist immer der Unterschied.
00:25:27: Auch wenn ich das mal mache, dann ist das natürlich top!
00:25:29: Wenn ich das als Vereinbarkeitshebel sehe, als Flexibilität aber es kann nicht der Dauerzustand sein also in einer Arbeit nicht darauf aufbauen zu sagen Ich höre mittags auf und setze mich abends wieder hin und dazwischen mache ich auch ein paar Calls während ich irgendwas
00:25:43: anderes tue.
00:25:46: Genau, das sind schon wesentliche Aspekte und du hattest auch mit dem Team das ins Gespräch gebracht.
00:25:52: Auch sowas wie fehlende soziale Unterstützung oder dass ich zumindest wahrnehme, dass es die nicht existiert.
00:26:00: Auch die Beziehungen haben sich ja verändert durch Homeoffice-Möglichkeiten, durch Distanzarbeit.
00:26:05: Durch dezentrale Organisationen, wo wir auch an uns unterschiedlichen Standorten per See arbeiten und uns einfach selten in Präsenz sehen.
00:26:14: Es gibt super viele Beispiele was alles dazu beitragen kann, die wir aber
00:26:19: auch
00:26:20: abbildern und abhofahren können.
00:26:22: also so diese Job Anforderung und Ressourcen.
00:26:27: Die lassen sich Ja, Angleichen oder Abmildern und es gibt auch so Puffereffekte.
00:26:35: Es gibt nicht manchmal auch so Sachen die sind Anforderungen und Ressourcen zugleich.
00:26:41: Ich behaupte.
00:26:43: Das war auch ganz schön viel.
00:26:45: also da sieht man wirklich aber wie wichtig ist auf diese Dinge zu achten was alles die Gesundheit fördern aber auf der anderen Seite eben auch zur Belastung führen kann.
00:26:57: Das hast du, glaube ich auch die nächste Frage schon teilweise beantwortet.
00:27:01: Aber ich wollte noch mal auf den Aspekt eingehen und das ist ja so ist dass man ja immer wieder liest in den letzten Jahren, dass auch die Fehlzeiten weiter steigen im Job und also auch in Deutschland und dass ich glaub die Fehltzeiten aus Grund von psychischen Erkrankungen, das ist glaube ich Platz zwei nach den Atemwegserkrankungen Genau!
00:27:22: Also das heißt die Zahlen steigen da kontinuierlich.
00:27:27: Was glaubst du, woran das liegt?
00:27:29: Du hast natürlich jetzt eben auch schon ein paar Aspekte genannt.
00:27:32: Auch Überlastung
00:27:32: usw.,
00:27:33: aber vielleicht hast du da noch ein paar Gedanken zu.
00:27:38: Also ich hatte noch den Gedanken genau dass auch diese Zahlen manchmal variieren.
00:27:43: Es war lange, dass man gesagt hat so auf Platz drei sind die psychischen Erkrankungen oder psychischen Gesundheitsprobleme, die wir in der EU-Meldung sehen.
00:27:52: Inzwischen ist es eben Platz zwei.
00:27:54: Du sagst nach Atemwegserkrankungen und das war eigentlich lange Zeit Platz zwei, so die muskulären Erkrankung, Rückenschmerzen usw.
00:28:02: Ja und tatsächlich wird das abgelöst.
00:28:04: also ich glaube inzwischen ist das bei so ziemlich angesätzlichen Krankenversicherungen Die Erhebung und die Untersuchungsstudien, die machen dass es auf Platz zwei vorgerückt ist sehr erschreckend.
00:28:14: Ich finde das hat natürlich ganz viele Ursachen Den echten Anteil, also es ist einfach Realität.
00:28:25: Und dann steckt da natürlich wieder dahinter auch so was wie strukturelle Aspekte oder auch im Positiven das aber unsere Gesellschaft im Idealfall offener wird oder vielleicht auch ein Generationenthema, das einfach auch in die jüngere Generationen... Die werden mal so schön betitelt mit der Gen-Sie.
00:28:47: Dass sie vielleicht auch einfach offener ist und mehr dazu steht was sie haben will, was sie auch in der Arbeitswelt, in der Lebenswelt will und da auch einfach ja mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit rangeht also dass deswegen Auf der einen Seite wahrscheinlich schon mehr Menschen krankgeschrieben werden mit psychischen Diagnosen und auch einfach diese Offenheit dazu führen kann, dass es nicht jetzt an sich wirklich mehr Menschen gibt als früher.
00:29:17: Mit psychischen Gesundheitsproblemen aber das halt damit... wenn sie vorhanden sind, einfach auch in der ärztlichen Praxis offener darüber kommuniziert wird.
00:29:26: Oder gibt ganz viele Vektoren auch ärztliche Praxen inzwischen besser geschult sind und die nicht erstmal denken ja das ist ein orthopädisches Problem oder was auch immer sondern dass die auch vielleicht schneller auf dem Schirm haben okay ich guck mal weil diese ist die Belastungssituation es ist eine psychische Diagnose kann natürlich mit Rheinisch oder auch das spielt auf jeden Fall mit Rhein.
00:29:52: Wenn wir jetzt im Arbeitskontext bei dem Begriff Überlastung bleiben, da gibt es ja den Begriff Burnout.
00:29:59: Das sagt ja vielen Menschen was?
00:30:01: Es gibt ja auch dieses Überlastungssyndrom.
00:30:03: aber gerade in dem Kontext des Berufs und des Jobs ist da per Definition dieser Begriff burnout eben der Begriff für dieses Überastungs- oder Erschöpfungssynderungen.
00:30:16: Was würdest du sagen, sind Frühwarnzeichen auf die man achten sollte wenn es in Richtung Überlastung geht?
00:30:24: und worin liegt auch der Unterschied zwischen?
00:30:26: ich bin gerade sehr gestresst.
00:30:27: Ich habe grad einen hohen Workload oder es geht halt wirklich in diese Richtung ist jetzt pathologisch.
00:30:34: Es könnte wirklich ein Burnout sein
00:30:36: Ja Auch wieder sehr komplex.
00:30:39: Ein Burn out ist ja an sich ja charakterisiert aus so durch drei große Faktoren.
00:30:46: Das ist Erschöpfung, das ist auch die mentale Distanzierung.
00:30:51: Wir reden auch von Depersonalisierung und Zynismus gegenüber den Arbeitsaufgaben der Arbeit.
00:30:59: Und es ist auch dieses verringerte Kompetenz erleben.
00:31:03: Gerade so diesen Begriff der Kompetenzen hatten wir in dem Gespräch schon häufiger.
00:31:07: Wie wichtig es ist als Kompetent zu gelten!
00:31:10: als kompetent gehalten zu werden und selbst so zu fühlen.
00:31:14: Und da geht ja auch Selbstwirksamkeit mit ein Herr, dass ich aus Gefühl habe, ich kann was erreichen durch meine Fähigkeiten genau.
00:31:22: Das sind die drei Faktoren, die auch mit dem Burnout-Inventory aufgegriffen werden.
00:31:30: Auch Burnout ist ... Ich find das superspannend.
00:31:33: schon wieder die Einordnung in den Kategorisierungskatalogen, mit denen ja gearbeitet wird im klinischen Kontext.
00:31:42: Gibt es den ICD-X?
00:31:45: Das ist im Moment in Deutschland immer noch aktiv und den ICd-XI, der eigentlich seit dem Jahr-Zweißen-Zweiundzwanzig schon genutzt wird aber noch nicht in Deutschland weil irgendwie die Rechte und die Übersetzung und so irgendwie noch nicht fertig ist.
00:31:59: Und in beiden ist das schon so dass es eine Zusatzkategorie ist.
00:32:02: Es ist keine eigenständige psychische Erkrankung Sondern das hat jetzt in der Zehner-Version eben die Klassifizierung mit Z, also Zusatz.
00:32:15: Und auch in dem neuen wird es speziell gerade im Bereich Arbeitsleben als Faktor, der zum Gesundheitszustand beiträgt.
00:32:27: und die Lebenswelt ist die Arbeit.
00:32:30: Das finde ich total spannend.
00:32:32: Es ist sehr umstritten wissenschaftlich wird der Fräge diskutiert, denn es gibt auch vor schon zu Eltern Burnout.
00:32:41: und also so rein intuitiv würde ich auch denken wieso ist das auf die Arbeitswelt begrenzt?
00:32:47: oder dass es ja diese künstliche Abgrenzung wie wir eben schon drüber sprachen über die Lebenswelt.
00:32:53: Genau, dass auch Menschen ausbrennen können, Burnout erleiden können wenn sie ja so viel Kehrarbeit haben oder auch diese fehlende Vereinbarkeit das eben die Arbeit insgesamt egal welche Arbeit es ist insgesamt eben zu Überlastung führt.
00:33:10: und das finde ich sehr spannend.
00:33:12: und der Begriff wurde ja geprägt vor vielen Jahrzehnten Und da wurde es eigentlich beobachtet bei Menschen, die ehrenamtlich gearbeitet haben im Hilfesystem.
00:33:25: Ehrenamtliche in der Pflege unterstützen und ja also da war ja die Forschung lange Zeit auch im sozialen Bereich, im pflegerischen Bereich.
00:33:34: und deswegen finde ich es spannend dass man das jetzt beim ECD-ELF eben in diese Lebenswelt Arbeit reingepackt hat und gesagt hat wenn es nicht im Arbeitskontext zutrifft dann sprechen wir auch nicht von Burnout.
00:33:46: Also die
00:33:47: Diskussionen
00:33:47: dazu finde ich total spannend.
00:33:51: und Stress, die Abgrenzung also wir alle haben tagtäglich immer Stress das ist ja auch erstmal einfach ein Begriff den benutzen für eine Anforderung die unsere im Moment vorhandenen Ressourcen oder wahrgenommenen Ressources scheinbar steigt.
00:34:09: Das hat diese biologischen Reaktionen, die einfach passieren ohne dass wir da irgendwie gegensteuern können.
00:34:15: Das passiert einfach!
00:34:16: Die Ermückteiler springt an der präfrontale Cortex kommt erst mal gar nicht zu Wort.
00:34:21: Wir denken nicht nach sondern behandeln unter gutem Stress und diese Reaktion ist super alt schon Und die kennen wir alle alleine mit schwitzigen Fingerspitzen oder vermehrten Schweißausbruch oder Zittern in der Stimme.
00:34:37: Wir werden rot, was auch immer eine körperliche Symptome, die dann auftreten.
00:34:43: Aber es kommt sehr darauf an auf die Dauer und ob wir uns dazwischen wiederholen.
00:34:47: Da ist so Stress.
00:34:47: Wir haben eine Erholungsfähigkeit.
00:34:49: Wenn wir beurteilen oder bewerten, dann ist das überhaupt stressig?
00:34:54: Das ist für alle Menschen unterschiedlich.
00:34:58: werden sehr unterschiedlich Stressoren und Stressfasche stärker irgendwie wahrmachen können.
00:35:02: Und es gibt Dinge, die werden dich sehr stressen und mich gar nicht und andersrum.
00:35:07: Also das ist die Bewertung von der Situation, von einem Erleben dass ich auch sage oh das total irrelevant dann wird's jetzt auch kein Stress.
00:35:15: oder ich sag oh das ist schon relevant.
00:35:17: und dann gucke ich aber im zweiten Schritt kann ich das bewältigen?
00:35:21: Ja oder nein?
00:35:22: Und wenn ich dann erst sehe, oh, ich habe nicht die Ressourcen.
00:35:24: Ich kann es nicht
00:35:25: bewältigen.".
00:35:26: Auch da ist das ja erstmal dass der Stress stärker wird oder überhaupt auftritt weil wenn ich denke Es ist irrelevant Dann stresst mich nicht Wenn ich denke, ich kann's bewältigend und stresse mich auch nicht Aber wenn das beides halt anders gegeben ist, dann gerate ich unter Druck und Stress.
00:35:41: aber es ist eben zeitlich begrenzt und ich wende dann Coping-Strategien, Bewältigungsmechanismen an.
00:35:47: Emotional, instrumentell gibt es verschiedene Praktiken und die mache ich ja auch nicht bewusst.
00:35:53: Ich könnte sie jetzt bewusst nennen weil das Teil auf ein Trainingsstich gebe aber in sich passiert das ja einfach.
00:35:59: Wir gucken kann ich mein Zeitmanagement verbessern?
00:36:03: Kann ich als erst mal eine Pause machen?
00:36:05: also wie auch immer wir bewältigen in dem Moment Genau, aber das ist halt schon ein großer Unterschied zwischen Stress und Burnout.
00:36:13: Aber natürlich kein langanhaltender Stress wenn er sich auch letztlich chronifiziert.
00:36:18: Wenn ich dauerhaft das Gefühl habe, ich bin überbeansprucht und es ist eine dauerhafte Überlastung in Arbeitsaufgaben und ich hab nie Feierabend
00:36:27: usw.,
00:36:28: kann das natürlich irgendwann auch im Burn-out resultieren.
00:36:32: Und sowieso ist da ja auch irgendwie die Trennschärfe oder die Schnittmenge einfach groß.
00:36:37: Dass sich auch depressive Symptome, Burnout-Stress hat ja auch einfach Schnittmengen oder sehr ähnliche Symptomen zumindest.
00:36:48: Ja und bei Burnout fallen mir auch körperliche Symtome ein, wie das vorrufen kann also... Schlafprobleme sind dann ein ganz großes Thema.
00:36:58: Das ist auch nächtliche Grübeln über den Stress, den man hat oder auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen... Tinnitus, Hörsturz.
00:37:11: Das sind ja auch so Dinge die auftreten können bei anhaltendem Stress.
00:37:15: was würdest du denn sagen wenn man jetzt merkt ich bin wirklich sehr belastet und dass beim längeren Zeitraum und ich schaffe es auch über meine eigenen Coping Strategien und meine Erholung Pausen ist nicht mehr irgendwie zu einem besserem Zustand zu kommen und ich merke irgendwie so Jetzt geht's für mich so nicht mehr weiter.
00:37:33: Was würdest Du mir dann raten?
00:37:36: Ja Auf jeden Fall, gerade wenn die Frühwahnzeichen schon vorüber sind und wir sind schon bei den lauter schrillenden Alarmglocken angelangt professionelle Unterstützung auch sich zu holen.
00:37:49: Und vielleicht noch eine Ergänzung auch Stress ist oft so dieses Gefühl von oh es ist mir alles zu viel und Burnout ist dann oft so das Gefühl der Lehre.
00:37:58: also ich funktioniere noch irgendwie aber ich fühle ja gar nichts mehr als ich kann gar kein Gefühl benennen.
00:38:05: Und auch bei Klienten, die ich hatte, war es schon nicht selten dass sie mir erzählten.
00:38:10: Im einen Moment funktionierte ich noch und im nächsten lag ich auf dem Boden und das war im Supermarkt teilweise im Homeoffice aber ganz unterschiedlich und ich konnte mich nicht mehr rühren also ging einfach gar nichts mehr.
00:38:25: Das ist dann wirklich so ein richtiger Zusammenbruch oder das beschreiben dann auch viele Personen das kam mit so einem richtigen Knall?
00:38:33: Ja, genau.
00:38:34: Und das ist halt das Ding, es ist an sich eine schleichend wie so ein Stufenprozess und auch da sind die Symptome sehr ähnlich eben erst mal zu Stress zur depressiver Verstimmung.
00:38:44: Deswegen ist es ja auch so schwierig zu erkennen und zu gucken welche Diagnose-Kriterien erfüllt ist.
00:38:51: Aber zurückzufrage!
00:38:52: Es ist auf jeden Fall professionelle Hilfe gefordert denn das schaffe ich dann nicht alleine zu bewältigen.
00:38:58: Das schaffe Ich nicht mit sozialer Unterstützung.
00:39:00: Die kann mich natürlich Stützen, die kann für mich da sein.
00:39:06: Und gerade wenn ich nicht mehr funktionieren kann, wenn ich da richtig über diesen Punkt hinaus bin, brauche auch Menschen, die mir die professionelle Hilfe organisieren, also die mich dabei unterstützen, die proaktiv sagen Ich ruf jetzt hier an und ich setze uns auf die Warteliste und ich frag mal dabei der Kassenärztlichen Vereinigung, wohin wir uns wenden können usw.
00:39:29: Auch Selbsthilfegruppen sind natürlich immer eine gute Stelle Genau, aber professionelle Hilfe ist bei Burnout auf jeden Fall notwendig.
00:39:38: Wenn wir jetzt über den Begriff Betriebliches Gesundheitsmanagement noch mal sprechen – das hattest du ja eben auch schonmal erwähnt – auch in einem Kontext Überlastung und die haben ja anfangs auch darüber gesprochen was kann denn eigentlich getan werden im Arbeitsumfeld um die Seeleschwindheit zu fordern oder auch zu erhalten?
00:39:56: Was kann denn im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements jetzt getan werden?
00:40:02: Welche Maßnahmen können da entwickelt werden zum Schutz der Mitarbeitenden, dass die eben seelisch gewohnt bleiben?
00:40:07: vielleicht aber auch wenn wir eben ja z.B.
00:40:10: aus einem Burnout wiederkommen wie kann dann irgendwie die ja wieder einwiederung starten?
00:40:18: Wie kann es dann weitergehen?
00:40:21: Genau.
00:40:22: Ja und auch das ist ganz schön vielfältig, denn die Wiedereingliederung, dass BEM, also B-E-M es der Abkürzung betriebliches Eingliderungsmanagement, guckt auch wie kommt die Person zurück?
00:40:34: Es gibt das Hamburger Modell und auch viele andere, weil man guckt püapö Schritt für Schritt hat dann auf verschiedene arbeitsrechtliche Konsequenzen oder Grundlagen, die dann wirksam werden.
00:40:45: Das sind natürlich Schritte, um nicht zu sagen so ach du bist jetzt wieder da und hier dein vierzig Stunden Arbeitsplatz wartet auf dich.
00:40:54: Sondern eben für Apö-Stufenweise wieder ranzutasten und zu gucken mit unterschiedlicher Stundenanzahl.
00:41:01: das wird dann erhöht.
00:41:03: und auch immer wieder Rücksprache zu halten und auch da wieder die offene Kommunikation im Idealfall die da mit zugrunde liegt.
00:41:12: Im präventiven Bereich sehe ich auf jeden Fall als große Stütze Unternehmen, die auch Mental Health First Aid zum Beispiel anbieten.
00:41:20: Das Programm das der Eckert-Buschtiftung ja auch anbietet als präuentive Maßnahme um auch einfach Mitarbeiter zu schulen also um auch diese Sprachlosigkeit, diese Handlungsunfähigkeiten und diese Machtlosigkeit die viele Menschen gerade auch bei psychischen Gesundheitsproblemen empfinden Da auch noch mal ist Erkrankten ja einfach wirklich jedes Jahr so viele Menschen am psychischen Gesundheitsproblem.
00:41:46: Und eines von drei Personen und wenn wir uns das dann überlegen, also es ist entweder betrifft mich selbst eine Familienangehörige meine Kinder mein Partner Partnerin Schwester Bruder Mutter Vater wer auch immer Freundinnen-KollegInnen.
00:42:07: Statistisch gesehen ist es ja einfach so wahrscheinlich, dass ich irgendwie in meinem Leben damit Berührungspunkte haben werde als betroffene Angehörige und mit begleitende Personen.
00:42:21: Und deswegen ist das halt... Wir sind auch bei wenn jemand einen Beinbruch hat oder ein Badenscheibenvorfall dann sind das oft Dinge die wir sehen können also zumindest den gebrochenen Arm oder das Bein Bandscheibenvorfall.
00:42:35: wird auch darüber geredet, auch über andere körperliche auch chronische Erkrankungen.
00:42:40: Wird vielleicht auch gerede und oft hat das aber nach wie vor immer noch bei psychischen Gesundheitsproblemen auf.
00:42:47: Auch die werden oft ja gar nicht als solcher erst mehr kann sondern es dauert auch irgendwie lange weil erstmal nach somatischen Ursachen geguckt wird Und deswegen sind wir dann noch weniger geschult und geübt drin, wie gehe ich eigentlich damit um?
00:43:01: Wenn ich jetzt das Gefühl habe hier geht es einer Kollegin oder einem Kollegen nicht so gut.
00:43:09: dann muss ich auch keine Expertin werden und muss dann wissen, ah das ist die und die Diagnose, die hier kommen wird.
00:43:16: Sondern erst mal so wie kann ich überhaupt da auf diese Person zugehen ohne dass ich übergriffig bin?
00:43:21: Weil wir haben ja auch dieses... Ich möchte ja Distanz waren aber ich möchte auch meine Unterstützung anbieten.
00:43:27: und wie kann Ja.
00:43:34: Was Organisationen in dem Bereich anbieten können, um einfach ein bisschen Psychoidikation, Wissen zu vermitteln und konkrete Handlungsempfehlungen aber auch zu bekommen?
00:43:45: Und eben was du auch schon angesprochen hast... die Entstigmatisierung auch voran zu treiben, diese Grenzen abzubauen und Menschen zu ermutigen.
00:43:53: Schaut aufeinander, guckt ob euch irgendwas auffällt wenn es jemandem nicht gut geht.
00:43:57: Traut euch die Menschen an zu brechen.
00:43:59: und in den Kurven lernt man ja eben auch was es bedeutet offen zuzuhören unvoreingenommen zu sein wertschätzend zu sein.
00:44:07: Und das ist ja eben auch gerade in den beruflichen Kontext natürlich auch sehr, sehr wichtig, weil da hat man natürlich auch vielleicht noch mal ein anderes Verhältnis zueinander als jetzt im privaten Kontext.
00:44:17: Deswegen finde ich das super wichtig genau an der Stelle, dass es auch nochmal zu Nanny mit den Kursen.
00:44:23: Ja absolut.
00:44:24: und abschließend will ich noch sagen, weil es gibt ja auch die psychische Gefährdungsbeurteilung, die außeriz weiter sind dreizehn meine Ich ist ja eigentlich gesetzlich verpflichtend für alle Organisation Analog zur generellen Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilung.
00:44:41: Und die wird aber tatsächlich noch relativ selten angewendet, ich meine, ich hatte neulich eine Zahl gelesen von ungefähr dreißig Prozent der Organisationen, die es machen besteht eigentlich eine Pflicht, also eigentlich müsste da ja das zu hundert Prozent hinkommen.
00:44:56: Aber da sind wir noch nicht obwohl es jetzt eben schon das dreizehnte Jahr gibt.
00:45:01: dann hat man einfach auch ein Hebel in der Hand mit dieser Gefährdungsbeurteilung um ja auch zu identifizieren was sind bei uns eigentlich die Gefährderungssituationen worauf müssen wir bei uns achten?
00:45:13: Ja
00:45:15: Wir kommen nochmal zu einem anderen Aspekt, den ich auch sehr wichtig finde.
00:45:19: Der Begriff Erholung das hat es so eben auch genannt im Kontext von Burnout Was kann ich denn also?
00:45:26: was bedeutet eigentlich Erholungen wirklich?
00:45:29: Was kann Ich tun um mich zu erholen und warum gelingt Erholungs eben manchmal auch nicht?
00:45:35: Ja auch spannend und vielschichtig Aber auch immer den Eindruck, wir sind ja oft so ach Erholung.
00:45:42: Das funktioniert auf dem Sofa mit Netflix und das wird das als Passiv, also Regeneration.
00:45:49: Das ist eben Füße hochlegen Und natürlich, Schlaf ist ein wichtiger Erholungsfaktor.
00:45:55: Der ist ganz gravierend und alle Eltern wissen was für eine Foltermethode Schlafentzug ist und wie schwierig es ist wenn schon dieses Grundbedürfnis nicht erfüllt ist.
00:46:04: Das ist wirklich wichtig!
00:46:05: Auch Schlafhygiene, viele achten nicht drauf das fängt ja bei Kleinigkeiten an, aber auch so was wie im Smartphone-Gebrauch abends noch vor dem Einschlafen.
00:46:15: Und auch das haben wir bestimmt viele gehört und dass da einfach die verschiedenen Lichtintensitäten, das blaue Licht zum Beispiel, das Handy ist dann abgeben oder auch Tablets wenn ich eben ja nicht ein Buch in der Hand habe und lese und blätterer Seiten um Blättere Papier sondern eben dieses Smartphone in der hand habe und darauf lese oder scrolle.
00:46:37: Auch das gehört einfach dazu, dass wir entweder so Netflixen oder gerne Doomscrolling betreiben und das ist natürlich nicht förderlich für Erholung.
00:46:51: Ja, es hat schon sehr aktiven Part oftmals auch.
00:46:54: Und auch darauf zu achten was ist für mich jetzt gerade in dieser Situation im Augenblick Erholung?
00:47:00: und manchmal ist das Füße hochlegen und man oft ist es aber auch ein Ausflug machen rauskommen spazieren gehen in Bewegungen sein eine soziale Aktivität irgendwie mit Freundin etwas zu planen ins Café zu gehen Barfuß über das Gras zu laufen, also das kann halt so unterschiedlich sein und im Kleinen wie im Großen.
00:47:24: Aber Erholung... es gibt nicht die eine Erholungen und ich muss sehr darauf achten was brauche ich in diesem Augenblick?
00:47:31: Ja der individuell auch ne was für jeden oder jeder einzelne da wichtig ist.
00:47:39: Okay!
00:47:40: Zu dem Thema Work-Life Balance würde ich auch gerne nochmal kommen haben wir natürlich jetzt auch schon ein bisschen angekratzt hier und da aber Kannst du mal vielleicht so ein paar Strategien nennen, die dabei helfen wirklich Grenzen zu setzen zwischen der Arbeit und dem Privatleben.
00:47:55: Wie kann ich meine Work-Live-Balance gut erhalten?
00:47:58: Und vielleicht auch aus deiner persönlichen Sicht was tust du für deine eigene Work-Life Balance?
00:48:04: Ja... Auch hier ist die Begrifflichkeit ja wieder interessant und wird auch immer diskutiert.
00:48:09: Work-life balance
00:48:10: sind drei Worte
00:48:11: schon in Kombination.
00:48:15: Grenzensätzen ist sowieso für sehr viele Menschen ein großes Thema, auch Nein sagen.
00:48:20: Und wann darf ich das und wie?
00:48:23: Nein ist ein vollständiger Satz.
00:48:24: es reicht aus einfach nur Nein zu sagen.
00:48:29: Genau und oft fühlen wir uns dann so als ob wir uns rechtfertigen müssen oder erklären müssen erläutern müssen Oder setzen so einen Aber dahinter.
00:48:37: nein aber und dann wird's doch wieder ein Ja.
00:48:40: Das ist schon eine große Übung die uns allen glaube ich sehr gut tut und wir aber auch alle regelmäßig üben müssen.
00:48:48: Deswegen ist es nicht einfach sich abzugrenzen, das ist aber schon hilfreich auch wenn die Organisation Ja, individuelle Regelungen würde ich schon sagen.
00:48:58: Also es muss immer wieder auch individuell geguckt werden was brauchen die Personen die Mitarbeitenden aber auch generell die Unternehmenskultur so gestaltet sein muss dass auch klar ist Es wird nicht nur nicht erwartet das Mitarbeiter aus dem Urlaub heraus antworten oder aus dem Wochenende Sondern es muss auch wirklich so gelebt werden.
00:49:17: Aber ich erkenne Organisationen die sagen ja Oder auch Führungskräfte sagen aber ich erwarte das doch gar nicht Aber sie machen es selbst und dann schüren Sie ja doch die Erwartungshaltung.
00:49:28: Auch wenn die dann sagen, die wissen alle, dass sie das nicht machen müssen, dass bei mir aufgrund der familiären Situation so ist oder ich bin hier auch die Führungskraft, aber ich erwarte das doch nicht!
00:49:40: Da sind wir wieder beim Modell.
00:49:42: lernen und nachahmen und natürlich erzeugt schon... Zumindest unbewusst, aber oft auch bewusst den Druck es gleich zu tun und auch erreichbar zu sein.
00:49:52: Es hat schon sehr viel mit Organisationskultur zu tun.
00:49:58: Okay, wenn du jetzt persönlich vielleicht noch mal guckst was tust du für deine eigene Work-Live-Dilenz?
00:50:04: Hast du da noch Tipps?
00:50:06: Außer Grenzen setzen und Nein sagen und Urlaub ist Urlaub!
00:50:10: Und Wochenende bis Wochenende das ist natürlich super wichtig
00:50:14: Ja, und es klingt auch so banal und so einfach.
00:50:17: Und ich glaube ganz viele spüren aber wie regelmäßig sie diese Grenzen übergehen und das auch in der Umsetzung am Ende gar nicht mehr einfach ist.
00:50:26: Also für mich persönlich ist es wirklich wichtig, dass ich eine Pause zwischen Erwerbsarbeit und Kehrarbeit habe.
00:50:34: Und ich stelle das jedes Mal fest wenn's mir nicht gelingt oder es halt einfach nicht möglich ist dann zärt das enorm an mir.
00:50:40: also ich brauch so diesen Cut zwischen.
00:50:42: jetzt hab' ich meine Erwerb- arbeit für heute erledigt oder auch die ist ja nie richtig erledig aber für Heute beende ich sie und dann esse ich in Ruhe was.
00:50:52: und ich mache einen Spaziergang Der Treiklang aus Bewegung, Ernährung.
00:50:59: Viel Trinken, Schlaf
00:51:03: ist schon wichtig.
00:51:04: Es klingt immer
00:51:05: nach so einer einfachen Formel aber es ist ja letztlich nicht und das ist ein bisschen die Basis auch wirklich dazu zu stehen eben zu sagen nein ich bin jetzt nicht mehr erreichbar und ich mache das jetzt nicht am Wochenende Vielleicht auch mal die Apps zu deinstallieren oder das gibt ja viele Tricks, auch immer wieder mal ausprobieren.
00:51:29: Was hilft mir eigentlich wirklich und was nicht?
00:51:32: Aber es gibt halt leider kein richtiges Rezept und das ist sehr individuell.
00:51:37: aber für mich sind es wirklich so Sachen ich brauche Abstand von der einen Arbeit zur anderen Damit nicht, wenn die Kinder dann nach Hause stürmen.
00:51:45: Ich gedankle ich noch in einem Projektfesthänger oder im E-Mailverlauf oder in dem Gespräch und die Kinder schon mit ihren Bedürfnissen und ihren ganzen Themen reinströmen Und dann habe ich noch meine eigenen bedürfnisse nicht erführt.
00:51:55: Also das ist eine ganz schlechte Kombi für mich persönlich und da versuche wirklich großen Wert drauf zu legen Das im Normalfall gut hinzugekommen.
00:52:04: Okay Danke schön, auch für diesen persönlichen Einblick und was du so tust.
00:52:09: Für dich selbst um deine Grenzen zu setzen und was gut für deine Work-Life Balance ist.
00:52:15: mir fällt noch ein wichtiger Begriff ein.
00:52:17: das wollte ich eigentlich eben schon gefragt haben den man ja immer wieder hört und liest so einen Kontext von Unzufriedenheit im Job und Überlastung stille Kündigung oder quiet quitsching.
00:52:28: vielleicht kannst du nochmal ganz einfach kurz etwas dazu sagen weil ich finde dass es einfach auch noch mal so ein wichtiger begriff was man darunter eigentlich versteht.
00:52:36: Ja, genau!
00:52:38: Das ist... also wie der Name sagt, dass ich innerlich vielleicht schon, also still eine innerliche gekündigt habe Beziehungsweise eigentlich der Schritt davor, dass ich halt... Ich mache ja meinen Job noch.
00:52:51: Ich erledige die Aufgaben, die auch in den Jobdescriptionen enthalten sind, die im Arbeitsvertrag stehen.
00:52:56: Ich fülle das aus aber auch nicht darüber hinaus und ich bin einfach nicht mehr hoch involviert.
00:53:03: Die Motivation ist rein extrinsisch.
00:53:05: also ich bekomme mein Lohn, mein Gehalt überwiesen Aber da ist keine intrinsische Motivations.
00:53:11: Da ist kein Engagement oder ist kein Drive, kein Flow erleben mehr sondern halt, ja.
00:53:17: also ich gucke auf die Uhr und ich erledige das was wirklich gemacht werden muss.
00:53:21: Und ich mache aber auch wirklich nichts darüber hinaus.
00:53:26: Was würdest du sagen wenn ich das bei mir selber irgendwann merke dass es so ist?
00:53:31: Das ist ja wahrscheinlich ein Prozess der so schleichen kommt.
00:53:35: wie gehe ich dann damit um?
00:53:38: Genau, es ist natürlich auch die Frage wie kommt das?
00:53:41: Wie kam das?
00:53:42: Hat sich das jetzt erst nach einer Weile eingestellt.
00:53:45: Natürlich sind so Faktoren wie Job Enrichment, Job Enlargement Themen, dass ich auch gucke, wie kann ich den Job anreichern, dass er für mich widerspannend wird.
00:53:55: Wo will ich eigentlich hin?
00:53:57: Ich kann mich ja in der Horizontalen aber auch in der Vertikalen entwickeln beruflich.
00:54:02: was dann eigentlich meine Ziele, was brauche ich?
00:54:04: und ich glaube so eine Selbstreflexion Und auch zu gucken, welche Bedürfnisse erfülle ich mit Arbeit und welche sind nicht erfüllt ist da ein ganz guter Indikator.
00:54:18: Selbstreflexion und Haltung generell bei all diesen Themen sehr wichtig.
00:54:24: Ja, ich würde aber auch mit der Führungskraft, mit
00:54:26: H.A.,
00:54:27: mit Kollegen innen... Also je nachdem wo ein Vertrauensverhältnis da ist, je nach dem wo ich Menschen habe bei denen ich mich auch öffnen kann, würde ich das auch thematisieren und würde im einen gucken, wie ich selber was ich brauche.
00:54:40: Also würde mit mir ins Gespräch gehen aber auch natürlich mit anderen Personen und auch mit den Personen die eben daran auch etwas ändern können, die mehr helfen können, sie mich unterstützen können dass sich etwas ändert weil sonst ist ja letztlich also sonst kannst du zum war-out kommen das ich so unterfordert bin dass es auch nicht mehr gut tut dass die zeit einfach gar nicht mehr verwindet Und nicht erstrebenswert.
00:55:09: Oder es kommt dann irgendwann zur Kündigung.
00:55:11: und das ist ja aus Organisationssicht, die gucken wie kann ich mitarbeitende Binden?
00:55:17: Wie kann ich zufriedenheit herstellen?
00:55:19: Ist das natürlich sehr dramatisch wenn das ein Kündigungsgrund oder dass nicht gesehen wird und diese stille Kündigen vonstatten geht und nicht rechtzeitig gehandelt wird.
00:55:30: Deswegen ist das auch... so eine Organisationsaufgabe zu gucken, wenn das auffällt mit den entsprechenden Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und zu gucken auch was dahinter liegt darunter liegt.
00:55:41: Was die Person braucht und was man tun kann.
00:55:45: Dankeschön dass du diesen Begriff nochmal eingeordnet hast und erklärt hast.
00:55:50: wir kommen jetzt langsam zum Ende und da habe ich noch mal eine inhaltliche Frage mitgebracht uns für dich auch eher persönlich, also wenn du mal so auf die Zukunft blickst.
00:56:04: Wenn es um seelische Gesundheit am Arbeitsplatz geht was würdest du dir wünschen?
00:56:08: Was dich noch verändert in diesem Kontext?
00:56:11: oder gäbe es vielleicht auch eine konkrete Sache, die man jetzt sofort ändern könnte, wie du dir wünschen würdest.
00:56:22: Oh ja.
00:56:24: Also vielleicht hast du schon gemerkt in unserem Gespräch dass ich Mein Lernfeld ist, kurze Antworten zu geben.
00:56:32: Deswegen ist er herausfordernd!
00:56:34: Ich glaube wenn ich jetzt so ganz konkret als eine machbare Intervention nennen müsste dann wäre es vielleicht sowas wie Arbeitszeit.
00:56:43: also das als Schlagwort wirklich zu gucken dass da die Rahmenbedingungen die Grenzen klar gesetzt sind dass eben diese Diffusion und diese Fragmentierung nicht zustande kommt.
00:57:01: Genau, allerdings ist das wie gesagt auch ein sehr individueller Prozess für verschiedene Mitarbeitenden was es jetzt genau ihnen gut tut.
00:57:09: deswegen diesen einen Einhebel Das wären natürlich die psychische Gesundheitsgefährdungsanalyse.
00:57:17: Allerdings wäre das jetzt für mich Vielleicht nicht die eine Antwort, die ich gerne geben würde.
00:57:22: Sondern ja... Ja!
00:57:25: Die Organisationskultur und die psychologische Sicherheit das wäre für mich schon der wesentliche Baustein.
00:57:31: aber wie gesagt ist halt keine schnelle und die Erdrocknösung.
00:57:34: Das ist ein Prozess mit der Organisations- kultur zusammenhängt.
00:57:40: Aber so einen Schlagwort hätte ich noch und zwar Wulnerabilität.
00:57:44: Das wäre ein oder selektive Vulnerabilität, das wär für mich was ich mir sehr wünschen würde.
00:57:50: Dass einfach Menschen sich so zeigen dürfen wie sie sind, kein Masking betreiben müssen, keinen sich überanpassen, keinen... Ich schlüpfe in die Arbeitsrolle, ich schlüpfle in die andere Rolle.
00:58:03: Wir haben ja so viele Rollen, die wir ausfüllen und bei dem Begriff zu bleiben, den nutzen wir ja dafür ganz oft eine Rollenspiele.
00:58:15: dass ich einfach echt sein darf, das ich sein darf und nicht immer nur machen muss.
00:58:23: Und ja ... dass ich auch mal vermeintliche Schwächen zeigen darf.
00:58:31: Und da geht es mir nicht darum, alles heraus zu posaren und auf jeden Mackel-Mangel-Difizit hinzuzeigen sondern eher einfach mich zeigen zu dürfen wie ich bin und das ist einfach.
00:58:43: wir sind Menschen und darauf komme ich immer wieder zurück.
00:58:46: Wir sind Menschen.
00:58:47: Es macht uns Menschen aus Gefühle zu haben und ständig anders zu fühlen und all das bringen wir mit auf die Arbeit Und dafür stecken wir es sehr viel.
00:58:56: und gerade Führungskräfte, die immer sagen ich weiß es.
00:58:59: So geht's und so hast du es zu tun vermitteln ja auch eher dieses Jahr.
00:59:04: Wir können keine Schwäche zeigen.
00:59:06: Wir müssen immer stark und kompetent sein.
00:59:09: Das ist glaube ich doch das was ich mir in Wahrheit wünsche dass wir alle eine selektive Vulnerabilität zulassen und zeigen.
00:59:17: Das schafft auch Verbindungen und das schafft Kontakt miteinander.
00:59:22: Das finde ich einen super schönen Aspekt und irgendwie auch ein total schönes Schlusswort, eine schöne Message.
00:59:29: Dass wir alle Menschen sind, dass wir alle auch unsere Schwächen und Fehler haben auf der anderen Seite aber auch alle individuelle Stärken haben.
00:59:36: Und ja das ist einfach wichtig ist, dass man so sein kann wie man ist und dass es auch akzeptiert und auch gewertschätzt wird und dass das eben auch besonders ist.
00:59:44: Und das fand ich ganz, ganz schön, dass du das jetzt nochmal so gesagt hast.
00:59:49: Dann kommen wir jetzt zu unserer Abschlussfrage, die wir allen Gästen im Podcast stellen.
00:59:52: Und zwar was tust du liebe Pierre denn für deine eigenselische Gesundheit?
00:59:58: Aktuell ist es tatsächlich viel Me Time einzuplanen weder zu gucken, was ich in meiner Freizeit eigentlich also wichtig gestalten möchte.
01:00:09: und eine Sache ist auch die Leichtigkeit ins Leben zu holen Und da gibt es natürlich jetzt leider kein Geheimrezept, das ich am Ende noch verraten könnte.
01:00:19: Gleichzeitig ist es aber so eine Mischung für mich aus... Ich habe schon einige in Anführungszeichen Regeln also Dinge die mir wichtig sind, die ich einhalten möchte und gleichzeitig davon auch immer wieder abzubiegen und zu sagen Nö!
01:00:33: Also heute mache ich's anders zu gucken, ja wie kann ich die Leichtigkeit reinholen?
01:00:40: und dann ist es heute vielleicht das ich die Tiefkühlpizza mache anstatt selber frische Pizza zuzubereiten.
01:00:46: Das können so ganz kleine aber auch wieder große Aspekte sein wie dass ich neulich mit einer sehr guten Freundin einen vier-Tagestritt nach Utrecht gemacht habe und einfach mal vier Tage für mich und meine Freundin da sein konnte.
01:01:00: Also eine gute Kombination.
01:01:03: Super!
01:01:03: Das klingt toll.
01:01:04: Vielen vielen Dank liebe Pia für die ganzen Impulse, Erklärungen.
01:01:09: Ich hab auch echt noch mal viel gelernt, auch an Begrifflichkeiten und das hat mir jetzt auch nochmal so ein paar Anregungen gegeben mit meinem eigenen Job zu meiner eigenen Work-Life Balance.
01:01:21: Man kann sich und die Situation ja oft irgendwie an vielen Stellen noch einmal so'n bisschen optimieren und hat da so Stellschrauben in denen man drehen kann.
01:01:29: also ganz lieben Dank dass du heute dabei warst.
01:01:35: Ganz herzlichen Dank für die Einladung fürs hier sein, für unser Gespräch.
01:01:39: Herzlichen Dank!
01:01:40: Sehr sehr gerne.
01:01:42: Die nächste Folge von Rätselig das wird dann auch vor der Sommerpause sein widmet sich dem Thema Trauma und Bettina Buttspricht dazu mit Ulrike Scheuthals, Chefärztin für psychosomatische Medizin und Psychotraumatologie der LV Erklinik Köln.
01:01:57: Und damit sage ich vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Rätsellich.